Am Beispiel eines erweiterten Rohbaus in Massivbauweise werden für zwölf Bauproduktgruppen die Regelgrundlagen sowie Anwendungen für Planer, Bauschaffende und damit auch für Sachverständige praxisnah erläutert. Bis vor ca. 100 Jahren waren Bauprodukte durch Handwerker hergestellt worden, etwa Mauermörtel, Estriche, Mauersteine oder Fenster. Bis in die 1970er Jahre gab die VOB/C an, wie Gläser einzusetzen, Bauteile aus Holz oder Bekleidungen aus Natursteinen herzustellen waren. Mittlerweile werden Bauprodukte international gehandelt. Ob und wie sie verwendet werden dürfen, wird heute vor allem auf europäischer Ebene reguliert. So sind Bauwerke mehr ein Puzzle vorgefertigter Teile als ein handwerklich hergestelltes (Kunst-)Werk. Dies stellt die Bauausführenden vor ein großes Problem: Gesetzgebung und Rechtsprechung gelingt es nicht, den rasanten Veränderungen bei der Werkerstellung mit dem Ziel der Brauchbarkeit im erforderlichen Maße nachzukommen. Die Regulierung ist - entsprechend der Komplexität der Bauprodukte selbst - sowohl in ihren allgemeinen Regeln als auch in den Details für einzelne Bauprodukte unübersichtlich zersplittert und kaum mehr nachvollziehbar. Das war bereits unter Geltung des nationalen Bauprodukterechts so und hat sich durch die Europäisierung noch verstärkt. Zentral für die Akzeptanz der Regelungen war schon immer und ist heute umso mehr das Vertrauen der Bauschaffenden darin, dass die Regelungen sinnvoll und richtig sind. Gegenüber den europäischen Regelungswerken fehlt jedoch dieser Vertrauensvorschuss. Wo aber das Vertrauen fehlt, muss man sich intensiver mit den zugrunde liegenden Strukturen und Regeln befassen.
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