Die Farbigkeit der Häuser im Appenzellerland ist als charakteristisches Identifikationsmerkmal von hohem kulturellem Wert. In der malerischen Landschaft mit der typischen Streusiedlung, in der das Bauernhaus direkt im Wiesland steht, erfolgt über die Fassadenbemalung eine direkte, farbliche Verbindung zur Natur. Das Zusammenspiel von Natur und Architektur war dank einem beschränkten Angebot von Anstrichstoffen und Pigmenten lange Zeit selbstverständlich. Mit dem Aufkommen von streichfertigen Produkten in scheinbar unendlicher Farbpalette ist dieses Gleichgewicht jedoch nicht mehr immer gegeben. Im Dorf werden die vertäfelten Fassaden seit dem 19. Jh. in hellen Umbratönen gestrichen und mit bunten Zierlinien und Ornamenten versehen. Auch da entwickelt die Freude an der figürlichen und ornamentalen Gestaltung seit einigen Jahrzehnten eine lautstarke Eigendynamik.
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