In ihrem Tagebuch mit einem Haus dokumentiert Lotte Schwarz (1910–1971) das ambitionierte Unternehmen, für ihre Familie in der Nähe von Zürich in den 1940er-Jahren, gemeinsam mit ihrem Mann, dem bedeutenden Schweizer Architekten Felix Schwarz (1917–2013), ein Haus zu bauen. Sie beschreibt den eigenhändigen Hausbau mit harschen körperlichen und psychischen Anforderungen und verzeichnet zugleich in lakonischer Weise seine Auswirkungen auf Partnerschaft und Familie. Ihre luziden Kommentare zu Geschlechterverhältnissen und Frauenleben der Zeit kondensieren sich zu einer weiblichen Stimme, welche in der Schweizer Literatur der 1950er-Jahre in dieser Art kaum hörbar ist. Zusammen mit handgezeichneten Plänen des Hauses und Aufnahmen des Schweizer Fotografen Ernst Scheidegger (1923–2016) wird der 1956 erstmals erschienene Band zu einem kleinen Kunstwerk.
Lange vergriffen und immer noch gesucht, erscheint das Tagebuch mit einem Haus nun als sorgfältig produzierter Faksimile-Reprint. Ergänzt wird die Neuausgabe durch ein Vorwort zur Buchgestaltung, die ebenfalls von Ernst Scheidegger gemacht wurde, sowie durch ein Nachwort, das die Rezeption des Buches und seiner Autorin Lotte Schwarz nachverfolgt.
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