Seoul Urban Architecture bietet eine eindrucksvolle Darstellung der städtebaulichen und architektonischen Entwicklung Seouls. Sung Hong Kim erzählt aus der Perspektive eines Architekten und Lehrers, der seit über vier Jahrzehnten in der Stadt lebt und arbeitet. Er verbindet dabei persönliche Erinnerungen mit Kulturgeschichte und Stadtanalyse. Er zeichnet nach, wie Südkoreas Kapitale sich von einer von konfuzianischen Idealen geprägten, ummauerten Stadt zur weitläufigen, vertikalen Metropole des 21. Jahrhundert gewandelt hat. Rasante Modernisierung, tiefe strukturelle Widersprüche und ausgeprägte kreative Widerstandsfähigkeit charakterisieren Seoul heute.
Kim führt seine Leser:innen durch Perioden urbaner, rechtlicher, technologischer und kultureller Zwänge, aus denen schliesslich grosse Vitalität, energische Kreativität und Innovationsfreude einer aufstrebenden Generation von Architekt:innen hervorgingen. Seine Überlegungen zu Vertreibung, Zwang und Einfallsreichtum sprechen eine breitere globale Situation an, mit der Architekt:innen und Urbanist:innen gleichermassen konfrontiert sind: Wie findet man Sinn und Handlungsfähigkeit in Umgebungen, deren Einflussgrössen ausserhalb der Kontrolle des Individuums liegen?
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